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In 15 Minuten muss alles glänzen!

Simone W. ist OP-Reinigerin. Für diese Tätigkeit sollte man sensibel sein, gründlich – und gute Nerven haben Bevor sie nicht mit ihrer Arbeit fertig ist, kann in Saal Nummer Drei kein neuer Patient operiert werden. Simone W. reinigt die Lampen, die Tische und Stühle, die Wände, die Decke und den Boden mit einem speziellen Desinfektionsmittel. Ihre Handgriffe sind routiniert, ihr Blick gleitet immer wieder prüfend durch den Raum, der im Moment vor Sauberkeit glänzt. Doch nach dem nächsten Eingriff sieht das schon wieder ganz anders aus. Wer kein Blut – oder andere Überbleibsel einer Operation – sehen kann, ist für diesen Beruf nicht geeignet. Simone W. kommt damit zurecht: „Natürlich sehe ich hier auch vieles, was nicht so schön ist, aber das ist eben Teil meines Berufs.“

Operationsräume gehören zur Reinraumreinigung

Operationssäle gehören zu den ganz unterschiedlichen Einsatzorten, an denen Gebäudereiniger tätig werden. Wer diese Ausbildung absolviert hat, kann – so beschreiben es die Berufsinformationsseiten der Arbeitsagentur . Und natürlich auch die sogenannten Fassadenbefahranlagen und hydraulischen Hebebühnen bedienen, mit deren Hilfe die Reinigungskräfte bis ganz nach oben schweben, dorthin, wo die Hochhäuser am Himmel kratzen. Das Beispiel zeigt: Gebäudereiniger sollten schwindelfrei sein. Und Spaß daran haben, auch große Flächen zu putzen, und zu planen, wie ein Gebäude im Inneren und von außen gereinigt werden kann. Während der dreijährigen Ausbildung lernt man unter anderem, Verkehrsmittel, Böden oder Industrieanlagen zu säubern. Auch die Schädlingsbekämpfung steht auf dem Stundenplan.

Gebäudereiniger wissen, mit welchen Maschinen, Geräten und Reinigungsmitteln sie Verschmutzungen beseitigen können und wie sie ihre Arbeitsmittel instandhalten und lagern. Durch den Umgang mit Hochdruck- und Dampfreinigungsgeräten können sie etwa auch historischen Gebäuden wieder zu einem frischen Äußeren verhelfen. Neuen Verschmutzungen beugen die Experten vor, indem sie die Fassade nach der Reinigung imprägnieren. So ist diese dann – ähnlich wie die Winterstiefel – besser vor Autoabgasen, Regen oder Schnee geschützt.

Nach dem Ausbildungsende können Gebäudereiniger aber auch Führungsverantwortung übernehmen, etwa durch eine Weiterbildung in der Objektleitung. Und sind dann später für die Reinigung ganzer Gebäude und der umliegenden Anlagen verantwortlich. Simone W. hat früher in der Textilbranche gearbeitet. Als sie jedoch nach 23 Jahren ihre Stelle verliert, sucht sie nach einer Alternative – und unterhält sich lange mit ihrer Schwägerin, die schon viele Jahre im Universität Basel arbeitet. Im August 2012 fängt sie dort als Reinigungskraft an, und wechselt bald in den OP. Eine erfahrene Kollegin erklärt ihr Schritt für Schritt, was zu tun ist. Wie sie die OP-Tische für den nächsten Eingriff vorbereiten muss, und dass eine Reinigung zwischen zwei Operationen 15 Minuten dauert und jeder Operationssaal alle 24 Stunden einmal 90 Minuten lang geputzt wird. Und auch das medizinische Personal hilft ihr weiter, wenn sie Fragen hat. Im OP muss jede Bewegung sitzen, auch kleine Fehler oder Ungenauigkeiten können gravierende Folgen haben.

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